08. September 2026

Pilotprojekt Energiemanagement: Ein System, das mitdenkt

Wir entwickeln aktuell ein eigenes Home Energy Management System (HEMS), das wir künftig für Kunden anbieten wollen – von der einzelnen Wohnung oder dem Einfamilienhaus bis zum Mehrfamilienhaus oder Ferienobjekt mit mehreren Einheiten. Als Pilot dient uns ein reales Objekt auf Fehmarn mit vier Wohneinheiten, gemeinsamer PV-Anlage und Speicher. Hier ein Zwischenstand.

08.09.2026 · FHEM auf Raspberry Pi 5 · Tesla Powerwall · SMA · Buderus KM200

Das Pilotobjekt hat vier Wohneinheiten, eine gemeinsame PV-Anlage, einen Speicher – und seit diesem Sommer ein Tablet an der Wand, das zwei Zielgruppen gleichzeitig bedient: den Bewohnern ein ruhiges, unaufdringliches Ambiente-Display, dem Eigentümer einen ehrlichen Blick darauf, wohin der Strom gerade fließt und was er gerade kostet. Genau dieses Zwei-Ebenen-Prinzip ist der Kern dessen, was wir künftig als Lösung anbieten wollen.

Die Basis ist FHEM, containerisiert auf einem Raspberry Pi 5, angebunden an die typische Sensorik eines solchen Objekts: SMA-Wechselrichter, Speicheranbindung, ein Gateway für die Heizungssteuerung, dazu Wetterdaten, Abfuhrkalender und dynamische Strompreise. Das Dashboard ist bewusst kein fertiges Widget-System, sondern eine eigene, schlanke Oberfläche – das hält die Lösung anpassbar an unterschiedliche Objekte und Anlagenkonfigurationen.

01 — Stand jetzt: Ein Screen zum Ankommen, einer zum Nachsehen

Im Ruhezustand zeigt das Tablet nur, was in dem Moment zählt: Uhrzeit, Belegung der Wohnungen, Wetter heute und morgen, Termine wie die Abfuhr – und, weil das für den Betrieb die interessantere Zahl ist, wann Strom heute und morgen am günstigsten ist.

Ambiente-Screen des HEMS-Dashboards mit Uhrzeit, Wetter, CO2-Ersparnis und Strompreisverlauf
Ambiente-Screen · ruht standardmäßig auf dem Tablet, Rückkehr nach 30 s Inaktivität

Tippt man auf die Batterie, öffnet sich die Live-Ansicht: ein animierter Energiefluss zwischen PV, Speicher, Objekt und Netz, mit den Rohleistungen in Watt. Darunter der Tagesverlauf der Strompreise, die heutige Einspeisevergütung und der Netzbezug in Euro.

Live-Ansicht des HEMS-Dashboards mit animiertem Energiefluss zwischen PV, Speicher, Haus und Netz
Live-Ansicht · Energiefluss in Echtzeit, Preis- und Ertragsdaten des Tages

Ein Tipp auf eine der Wohneinheiten führt in die jeweilige Detailansicht – Heizkörper-Sollwerte, Steckdosen und Jalousien, mit echtem haptischem Feedback statt stummer Pfeiltasten.

Kennzahlen aus dem Pilotbetrieb: 5,0 kg CO2 heute gespart · 12,5 kWh PV-Ertrag heute · 27,57 ct günstigste Stunde morgen

Der eigentliche Kern ist der dynamische Stromtarif. Für das Pilotobjekt haben wir die reale Tarifstruktur des Versorgers eins zu eins nachgebildet, damit die angezeigte Zahl auch stimmt und nicht nur plausibel aussieht – ein Ansatz, der sich auf praktisch jeden dynamischen Tarif übertragen lässt. Der stündliche Spotpreis kommt von aWATTar – und seit Kurzem auch als Vorschau für den nächsten Tag, sobald die Auktion veröffentlicht ist.

Aus Preis, einer KI-gestützten PV-Prognose und Batteriestand baut das Dashboard einen Index, der die günstigste Stunde für Waschmaschine, Geschirrspüler oder Auto laden vorschlägt. Ein Feinschliff aus den letzten Wochen: Statt nur die Reststunden des Tages zu betrachten, läuft jetzt ein rollierendes 24-Stunden-Fenster, das über Mitternacht in den nächsten Tag reinschaut – solche Details entscheiden in der Praxis, ob eine Empfehlung wirklich hilft.

02 — Was schwieriger war als gedacht: Scheinleistung ist kein Ersatz für Vorzeichen

Der hartnäckigste Bug der letzten Wochen: Die Batterie-Kachel zeigte „lädt", wenn sie eigentlich entlud, und umgekehrt. Ursache war eine Reading-Verwechslung – Scheinleistung statt Wirkleistung. Scheinleistung in VA ist immer positiv, sie kann also gar keine Richtung codieren, egal wie plausibel der Wert im ersten Moment aussieht. Erst der Abgleich mit der Original-App des Speicherherstellers hat das sauber aufgedeckt – eine Erfahrung, die direkt in die Qualitätssicherung künftiger Installationen einfließt.

Kleinere Randnotiz: ein CSS-Detail hat wochenlang die berechnete Preisfarbe im Chart überschrieben, sodass die Darstellung wie eine statische Funktion aussah, obwohl die Logik dahinter längst korrekt war – gefunden, weil es komisch aussah, nicht, weil ein Test es gemeldet hätte. Auch das zeigt: ein belastbares System braucht mehr als nur funktionierenden Code, es braucht Praxistest am echten Objekt.

03 — Ausblick: Vom Anzeigen zum Steuern – und zum Angebot für weitere Objekte

Das Dashboard sagt heute, was günstig wäre. Es tut noch nichts damit – das ist der nächste Ausbauschritt, den wir am Pilotobjekt erproben, bevor wir ihn als Teil unseres Angebots anbieten:

  • Batterie – Ladung nach Preissignal: Netzladung in günstigen Morgenstunden aktiv anstoßen, Entladung über teure Abendstunden strecken.
  • Heizung – Wärmepumpe im Preisfenster: Vorlauftemperatur und Pufferladung an günstige Stunden koppeln – vorheizen statt nachheizen.
  • E-Mobilität – Wallbox statt Empfehlung: Ladevorgang zur berechneten Stunde automatisch starten, bei Preisspitzen pausieren.
  • Ansicht – Gast- und Eigentümer-Modus: reduzierte Ansicht ohne Preis- und Netzdaten für Bewohner/Gäste, volle Transparenz für Eigentümer.
  • Auswertung – Langzeit statt Momentaufnahme: Monatsvergleiche, Amortisation von PV und Speicher als Entscheidungsgrundlage.
  • Betrieb – Aktive Störungsmeldung: Push-Meldung statt Log-Eintrag bei technischen Aussetzern.
Warum sich das lohnt: Kosten senken durch automatisierte Lastverschiebung statt manueller Beobachtung. Volle Transparenz für Eigentümer, ruhiges Ambiente-Display für Gäste oder Bewohner. Sichtbare CO2-Bilanz – ein Pluspunkt im eigenen Marketing, gerade bei Ferienobjekten. Skalierbar von der einzelnen Wohnung bis zum Mehrfamilienhaus.

Ziel ist ein System, das sich skalieren lässt – von der einzelnen Wohnung oder dem Einfamilienhaus mit eigener PV-Anlage bis zum Mehrfamilienhaus mit mehreren Einheiten und gemeinsamem Speicher. Wenn Sie ein Objekt mit PV-Anlage haben und Interesse an einem eigenen Energiemanagement-Dashboard, sprechen Sie uns an.

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Tags HEMS Energiemanagement Photovoltaik Batteriespeicher Dynamischer Stromtarif Fehmarn
21. Juli 2026

Neue BEG-Förderkonditionen seit 21. Juli in Kraft

Die neuen Richtlinien der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Einzelmaßnahmen sind seit dem 21. Juli 2026 in Kraft. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Auf einen Blick

BEG Einzelmaßnahmen & Effizienzhaus-Sanierung im Detail

🔧 BEG Einzelmaßnahmen

Grundförderung (unverändert) Heizungstausch: 30 % · Dämmung/Fenster/Türen/Dach: 15 %
Klimageschwindigkeitsbonus Start bei 16 % (vorher 20 %) · sinkt alle 6 Monate um 4 Prozentpunkte · läuft Mitte 2028 aus
Einkommensbonus – jetzt gestaffelt
bis 30.000 € Einkommen40 %
bis 40.000 € Einkommen30 %
bis 50.000 € Einkommen10 %
− 10.000 € Anrechnung je minderjährigem Kind im Haushalt
Heizungstausch-Deckel Förderfähige Kosten: 28.000 € (vorher 30.000 €) · sinkt halbjährlich um 750 €
📋 Neu: iSFP-Bonus eingeschränkt

Der 5-Prozentpunkte-iSFP-Bonus greift jetzt erst ab 30.000 € förderfähiger Investition – und nur auf den Anteil darüber. Bei 35.000 € Investition also nur auf 5.000 €. Kleinere Einzelmaßnahmen erhalten damit faktisch keinen iSFP-Bonus mehr.

🏠 Effizienzhaus-Sanierung

Nur noch EE- oder NH-Klasse förderfähig Jede Effizienzhaus-Stufe (40/55/70/85/Denkmal) braucht künftig zwingend die Erneuerbare-Energien-Klasse (EE) oder die Nachhaltigkeits-Klasse (NH) – eine Stufe ohne diese Klassifizierung gibt es nicht mehr.
EE-Klasse wird Standard Der bisherige EE-Bonus (5 Prozentpunkte extra) entfällt – EE ist jetzt Grundvoraussetzung statt Zusatzbonus.
Tilgungszuschüsse Alle Sätze sinken um 10 Prozentpunkte. Für EH85 EE und EH70 EE entfällt der Tilgungszuschuss komplett (nur noch Zinsverbilligung).
Förderfähige Kosten je Wohneinheit Einheitlich 150.000 € (vorher 120.000 € Grundstufe)
Ausblick NH-Klasse Nachweis künftig vereinfacht über Lebenszyklusanalyse (LCA) statt QNG-Siegel – Zeitpunkt noch nicht bekannt gegeben, bis dahin gilt die bisherige QNG-Systematik.
Angekündigt · voraussichtlich Q1 2027

Neuer WPB-Bonus für BEG Einzelmaßnahmen

+5 % zusätzlich für Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle bei "Worst Performing Buildings" (energetisch besonders schlechte Gebäude, z. B. Baujahr ≤ 1957 & im Wesentlichen unsaniert). Voraussetzung: Maßnahme ist Teil eines geförderten iSFP bzw. einer geförderten Energieberatung. Anders als der iSFP-Bonus gilt er ohne Mindestinvestition, ist mit dem iSFP-Bonus kombinierbar und max. 3× pro Gebäude beantragbar.

Quellen: BAFA/KfW-Förderrichtlinien vom 20.07.2026 · BMWE-FAQ zur BEG · KfW „Anpassungen 2026" · Stand: 23.08.2026 · Änderungen vorbehalten

Viele Detailfragen zur Kombination der Boni und zur Verrechnung der Kreditnachlässe sind noch offen. Wir verfolgen die Klärung durch BAFA/KfW und aktualisieren diese Seite bei Bedarf.

Was das konkret für Ihr Vorhaben bedeutet – ob Wärmepumpe, Effizienzhaus-Sanierung oder Einzelmaßnahme – klären wir gerne im persönlichen Gespräch.

Leitfaden zur Beantragung von Fördermitteln PDF, 8 Seiten – Grundlagen zu KfW-Heizungsförderung und BAFA BEG Einzelmaßnahmen
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